Der Welpeninteressent/-käufer!

Der normale Welpeninteressent/käufer sieht seinen ersten Aussie oftmals auf dem Hundeplatz,
irgendwo auf der Straße oder im Internet.
Fasziniert von den ungewöhnlichen Farbschlägen beginnt er/sie sich für diese Rasse zu interessieren.
Auf der Suche nach Informationen bleibt er/sie meistens bei den Beschreibungen "leicht erziehbar", "familienfreundlich" und "nicht jagend" hängen".
So und nun möchte ich mal ein Schwert für diese Menschen brechen *fg*, weil im Grunde genommen haben alle Aussiebesitzer mal an diesem Punkt gestanden.

Nun geht dieser interessierte Mensch hin sucht sich Züchter dieser Rasse und fragt gezielt nach einem Blue Merle farbenen Hund und gleich im Anschluß daran nach dem Preis *sfg* und wundert sich, das er von einigen ungnädig am Tel. abgewürgt oder seine E-Mails nicht beantwortet werden.

Tja der Welpeninteressent der dies liest sagt nun wahrscheinlich :"Jo so isses!" und weiß nicht warum, der Züchter, der dies liest sagt sich :"Ohje genauso ist es!"

Im Schlimmsten Fall geht der Welpeninteressent nun los und kauft einen Aussie von Liebhabern um die Ecke, die mal eben einen Wurf gemacht haben, weil Ihre Hündin so toll ist und nun froh sind, wenn sie ihre Welpen an den Mann/Frau bekommen.

Ich schreibe dies, weil ich hoffe etwas zum Nachdenken anzuregen, was ist dabei einen Interessenten etwas über die Rasse zu informieren und erstmal zu hinterfragen, ob die erste Anfrage vielleicht nur aus Unwissenheit so "dämlich" ausfällt?
Was ist dabei beim ersten Gespräch zunächst mal nach der Rasse, Ihren Eigenschaften, Besonderheiten zu fragen und nicht nach dem Preis?

Wichtig ist doch das Welpe und zukünftiger Besitzer sich finden, das alles passt, man sich darüber im Klaren ist nun hoffentlich 15 Jahre lang einen treuen Begleiter zu haben und zu wissen, was ein Aussie mir als Herchen/Frauchen abverlangt.
Worauf lasse ich mich ein, passt so ein Hund überhaupt zu mir und meiner Lebenssituation?
Züchter und Aussiebesitzer werden gerne Auskunft geben und beraten (böse Zungen behaupten Aussiemenschen hören nicht mehr auf zu quatschen, wenn sie auf Ihre Hunde angesprochen werden *g*).

Gut dann schreibe ich jetzt auch etwas zu den

Anforderungen des Aussies an Seinen Menschen:

Ein Aussie ist ein Arbeitshund, der gefordert werden möchte. Er wünscht sich aktive Menschen, die Spaß daran haben mit ihm zusammen etwas zu unternehmen.
Es geht nicht darum stundenlang spazieren zu gehen oder Rad zu fahren, ein Aussie braucht Kopfarbeit.
Dazu gehört das Üben von Tricks z.B. oder vielfältige andere Beschäftigungsmöglichkeiten (hier unter dem Menuepunkt Beschäftigung zu finden).
Ein Aussie ist sehr menschenbezogen, er möchte weder im Zwinger leben, noch stundenlang, regelmäßig alleine zu Hause sitzen.
Er braucht viel Liebe, Geduld und Konsequenz in der Erziehung und niemals darf vergessen werden, das Aussies sehr intelligent sind.
Sie lernen sehr schnell alles, auch Dinge die sie lieber nicht lernen sollten *g*.

Anforderungen des Menschen an Seinen Aussie:

Der Mensch möchte einen treuen, folgsamen Begleiter, der gut erzogen ist, sich mit anderen Hunden gut versteht, nett zu allen Menschen ist und überall hin mitgenommen werden kann.
Nun und genau dies liegt in der Hand des Menschen, ein Hund kann immer nur so gut sein, wie der Mensch der ihn formt und erzieht.
Und trotz perfekter Sozialisierung und Prägung kann es passieren, das genau Ihr Hund bestimmte andere Hunde nicht leiden kann oder Groll gegen einzelne Menschen hegt.
Der Aussie verfügt über einen unterschiedlich ausgeprägten Schutztrieb, der häufig unterschätzt wird auch dessen muss man sich bewusst werden.

Anforderungen eines Züchters an den Welpeninteressenten:

Ein Züchter möchte Seine Babys gut aufgehoben wissen. Er/Sie sucht Menschen die Ihrer Nachzucht gerecht werden.
Er/Sie hat viel Zeit, Wissen, Liebe und auch Geld in Seine/Ihre Zuchthunde investiert und wird deshalb keinen Welpen an den Höchstbietenden verschachern.
Ein liebendes Zuhause, welches ihm/ihr auch weiterhin über das Baby und deren Entwicklung auf dem Laufenden hält ist gewünscht.

Anforderungen eines Welpeninteressenten an den Züchter:

Eine Welpeninteressent möchte einen Welpen, der optimal aufgezogen worden ist, alle für das Alter entsprechende Gesundheitschecks hat und aus einer sorgfältig geplanten Anpaarung stammt.
Der Züchter verdient sich das Vertrauen zu ihm durch gut durchdachte Zuchtplanung, großes Wissen um Risiken in seinen Linien und aller erforderlichen wichtigen Gesundheitsuntersuchungen seiner Zuchttiere.
Der Züchter ist sein erster Ansprechpartner in allen Fragen bezüglich seines Babys und steht ihm Rede und Antwort, selbstverständlich nicht "nur" vor der Welpenübergabe.

Viele Züchter geben Ihre Welpen nur mit "NFB" oder als "Coowner" ab
(nur unter dem ASCA im VDH gibt es das nicht).

NFB - Not For Breed
dt." nicht für die Zucht"
Einige Züchter geben Ihre Welpen nur mit einem NFB in den Papieren ab, d.h. für Sie als Welpenkäufer, daß Sie den Hund nicht zu Zuchtzwecken bekommen.
Sie können uneingeschränkt an allen Veranstaltungen wie Conformation, Agility, Obedience, Hütetrails usw. unter dem ASCA teilnehmen.

Co Owner
dt. "Mit Besitzer"
Der Züchter bleibt in der Coownerschaft Mitbesitzer des Hundes. Dies kann unterschiedliche Gründe haben, über die sie "Ihr" Züchter informieren wird.
Der Coowner muss einige Schriftstücke mit unterzeichnen, die für die Zucht, für den Sport oder Ausstellungen benötigt werden.

Hier geht es zur Checkliste für Welpeninteressenten (klick hier)

Text. Mawischi


Wer jetzt noch etwas Geduld bzw. eine ganz persönliche Beschreibung des Aussies aus Sicht eines Nurhundehalters lesen möchte der klickt hier.